Weltanschauung - Sekten - Hilfe.

Eine Einrichtung der Selbständigen Evangelisch - Lutherischen Kirche (SELK)
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Sekten


Was sind Sekten?

Viele Menschen verstehen darunter religiöse Gemeinschaften oder Gruppen, die eine geringere Mitgliederzahl als die Großkirchen oder Weltreligionen haben. Im christlich-kirchlichen Bereich gelten jene Gruppen als Sekten, die wesentliche Grundauffassungen des christlichen Glaubens (z.B. den Glauben an den dreieinigen Gott; die Bibel als das entscheidende Zeugnis der Offenbarung Gottes) in Frage stellen.

Wir informieren hierbei insbesondere über
die Mormonen | die Neuapostolische Kirche | die Zeugen Jehovas





Die Mormonen oder die "Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage"

1. Ihr Ursprung: Der Prophet Joseph Smith

Die Mormonen, offiziell die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, vertreten die Auffassung, dass das Christentum in der "Alten Welt" verfälscht worden sei und das Evangelium neu verkündet werden müsse. Hierzu bedürfe es jedoch einer neuen göttlichen Offenbarung, welche die entscheidenden Inhalte in reiner Form enthülle und die verloren gegangene priesterliche Autorität der Apostel wiederherstelle. Der junge Amerikaner Joseph Smith meinte sich dazu um 1830 von Gott berufen. Durch angebliche Christusvisionen, Engelserscheinungen und Schriftfunde wurde er veranlaßt, die wahre Kirche Jesu wiederzurichten. Die Lehre der Mormonen beruht auf vier Büchern: der Bibel, dem Buch Mormon und den von Joseph Smith verfassten Schriften Lehre und Bündnisse sowie Köstliche Perle (1842). Die Bücher können durch weitere Offenbarungen ergänzt werden.

2. Besonderheiten: Jesus in Amerika - "Drei Götter" – Tempel - Fortschritt

Die Mormonen glauben, dass Jesus Christus nach seiner Auferstehung nach Amerika ausgewanderten Juden erschienen sei und auch eine Kirche gegründet habe. Das "Buch Mormon", das Smith mit Hilfe eines Engels gefunden haben will, berichtet die Geschichte dieser Auswanderer, die um das 600 v. Chr. Judäa verlassen haben wollen. Ähnlich wie die Kirche der Alten Welt verfiel aber auch die amerikanische Kirche. Erst durch den Propheten Joseph Smith gründete Gott Vater die wahre Kirche neu.

So glauben die Mormonen an eine vorgeburtliche Existenz der menschlichen Seele. Die Gottheit definieren sie als drei voneinander getrennte Individuen, wobei sie Gott Vater und Jesus Christus als Personen mit physischer Gestalt und einer gemeinsamen Absicht begreifen. Es ist eher eine Dreiheit als eine Dreieinigkeit. Sie gehen davon aus, dass Gläubige, die rechtschaffen leben, sich mormonisch taufen und in besonderen geheimen Tempelritualen weihen lassen, nach ihrem Tod eine höhere Stufe erreichen und sich dadurch auf eine göttliche Natur hin entwickeln.

3. Stärken der Mormonen

Die Mormonen tolerieren und respektieren andere Glaubensgemeinschaften. In ihrem Hauptverbreitungsgebiet, dem US-Staat Utah, können andere Konfessionen und religiöse Gemeinschaften ohne Nöte für Ihre Belange werben. Gemäß dem Wort der Weisheit verzichten sie auf den Genuss von Tee, Kaffee, Alkohol und Tabak und leben daher sehr gesund. Weltberühmt ist der Chor der Kirche. Der Mormon Tabernacle Choir in Salt Lake City (Utah) betreibt Musik auf höchstem Niveau.

4. Im Gegensatz zur Heiligen Schrift wird gelehrt

  1. dass es über die Heilige Schrift hinaus noch zum Heil nötige Offenbarungen Gottes gibt, wie zum Beispiel das Buch Mormon (gegen Offb 22,18; Lk 16,27-29; Gal 1,8; Hebr 1,1);
  2. dass jeder Mensch die Fähigkeit hat, durch Fortschritt ein »Gott« zu werden (gegen Joh 17,3);
  3. dass es keine Erbsünde gibt, für die ein Mensch von Gott bestraft wird (gegen Rom 5,18);
  4. dass auch im neuen Bund das aaronitische Priestertum weiterbesteht und Jesus Christus deshalb nicht der einzige Mittler zwischen Gott und Menschen ist (gegen 1Tim2,5; Hebr 2,24);
  5. dass Jesus Christus nach seinem Wirken in Palästina noch einmal in Amerika als Mensch erschienen ist (gegen Apg 1,11; Hebr 1,1f);
  6. dass die auf Erden geschlossenen Ehen auch im Himmel weiterbestehen (gegen Mt 22,30);
  7. dass die heilige Taufe auch für längst Verstorbene noch nachgeholt werden kann und muß (gegen Mk 16,16; Lk 23,43; Hebr 9.27).

Die Ausführungen unter Punkt 4 verdanken sich Henry Schwan, Was wir glauben?, Berlin 1987, S.229-230





Neuapostolische Kirche

Die Neuapostolische Kirche hat seit dem 24. Januar 2006 einige ihrer Ansichten revidiert und sich wieder stärker der übrigen Christenheit angenähert. Weitere Informationen finden sich auf diesem Link.

1. Ihre Wurzel: die katholisch-apostolische Bewegung

Die Neuapostolische Kirche hat ihre Wurzel in der katholisch-apostolischen Bewegung, die ihren Ursprung in Großbritannien hatte. Diese Bewegung ging aus Kreisen hervor, die die nahe Wiederkunft Jesu erwarteten und dafür die Wiederherstellung der äußeren Züge der Urgemeinde für nötig hielten. Es ging nicht so sehr um die Gründung neuer Gemeinde oder Gemeinschaften, sondern um die Sammlung der zerstrittenen Christenheit. Diese Sammlung sollte durch 12 endzeitliche Apostel geschehen, die auf den Boden der Heiligen Schrift und der altkirchlichen Überlieferung zusammenführen sollten. Liturgische Frömmigkeit – geprägt durch Stundengebet und Psalmengesang, feiern der altkirchlichen Messe - paarte sich mit enthusiastischen Elementen wie Zungenrede, Prophetie und Heilung. Die Taufe und das Heilige Abendmahl waren die Hauptsakramente. Priesterweihe, Versiegelung ( = Firmung), Krankensalbung und die Trauung galten als sakramentale Handlungen. Als die Apostel im Laufe des 19. Jahrhunderts starben, ohne das Jesus wiederkam, wurden keine neuen Apostel mehr berufen. Ohne Apostel wurden auch keine anderen Amtsträger mehr eingesetzt. Die Bewegung sucht seitdem die innere Einkehr, verzichtet auf Werbung und betet treu für die gesamte Christenheit.

2. Die Trennung von der Wurzel

In Deutschland und Holland wurde von etlichen Amtsträgern diese Haltung nicht akzeptiert. Man berief neue Apostel, die sich von dem ursprünglichen Ziel - einer Sammlung der gesamten Christenheit - lösten und eine neue Kirche schufen. Fast alle Bezüge zur alten Kirche und ihre Liturgie wurden beinahe völlig eliminiert. Immer mehr verstand sich die Neuapostolische als einzige Vermittlerin des Heils. Im Laufe der Zeit gewann der führende Apostel – Stammapostel genannt - eine herausragende Bedeutung.

3. Positives

Positiv ist festzuhalten, dass die neuapostolische Kirche den Glauben an den dreieinigen Gott festhält und die Heilige Taufe und das Heilige Abendmahl hoch achten. In den letzten Jahren wird auch das Gespräch mit anderen Vertretern der Christenheit gesucht.

4. Im Gegensatz zur Heiligen Schrift wird gelehrt

  1. dass die neuzeitlichen Apostel »Tore« (Heilsmittler) sind, durch die man allein in das Reich Gottes gelangen kann (gegen Joh 3,5f; Apg 15,11);
  2. dass der »Stammapostel« als Stellvertreter Christi allein die Heilige Schrift richtig auslegt; und dass ihm deshalb in allen Glaubensfragen die letzte Entscheidung zusteht (gegen Rom 10,17; Joh 4,1);
  3. dass der christliche Glaube nicht das Vertrauen auf die Gnade Gottes um Christi willen ist, sondern gehorsame Unterwerfung unter das Wort des Stammapostels (gegen 1 Kor 7,23; Mt 24,23f);
  4. dass es heilsnotwendig ist, dem Stammapostel in Glaube, Liebe, Gebet und Hoffnung nachzufolgen; dass es deshalb außerhalb der neuapostolischen Kirche kein Heil gibt. (gegen Rom 10,17; Joh 4,1);
  5. dass über die Taufe hinaus noch das Sakrament der Versiegelung zur Seligkeit nötig ist (gegen Apg 16,31; Tit3,5f; 2Kor1,21f;Eph1.13f);
  6. dass der Heilige Geist heute einem Menschen nur durch Handauflegung der neuzeitlichen Apostel mitgeteilt werden kann (Apg 10,44; Gal 3,2).

Die Ausführungen unter Punkt 4 verdanken sich Henry Schwan, Was wir glauben?, Berlin 1987, S.229





Die Zeugen Jehovas

Unterschiede zwischen dem christlichen Glauben und dem Glauben der Zeugen Jehovas


Christen lehren…Die Zeugen Jehovas lehren…
…von Gott,…
... dass Gott ein ewiges, persönliches, geistliches Wesen in drei Personen - der Dreieinigkeit- ist: Vater, Sohn und heiliger Geist ( Matth. 3, 13-17; 28, 19; 2. Kor. 13, 13). ... dass es nur ein einzelnes Wesen seit aller Ewigkeit gibt: Jehova Gott, den Schöpfer und Erhalter des Weltalls und aller Dinge. Sie lehnen die Dreieinigkeit ab.
…von der Unsterblichkeit,…
... der Lehre der Heiligen Schrift, dass der Mensch eine ewige, unsterbliche Seele besitzt. (1.Mose 1, 26; 5, 1; Hiob 32, 8; 1. Kor. 15, 53-55; Jes. 25, 8). ... dass der Mensch keine unsterbliche Seele besitzt. Sie lehren, dass die Seele nicht vom Körper getrennt ist.
…von Jesus Christus,…
... dass Christus göttlich, ein Teil der Dreieinigkeit, ja Gott selber ist. (Joh. 1,1; Kol. 1, 15-19; 2, 9; 1. Joh. 5, 20). ... dass Christus nicht Gott, sondern das erste von Gott erschaffene Geschöpf war. Sie leugnen die Gottheit Christi..
…von der Erlösung,…
... dass Christi Tod die vollkommene Bezahlung für die Sünde des Menschen darstellt. (Röm. 3, 24-25; Kol. 1, 20; 1. Petrus 2, 24; 2. Kor. 5, 20). ... dass Christi Tod dem Menschen die Gelegenheit gibt, seine eigene Erlösung zu erarbeiten: vollkommene menschliche Lebensführung für eine Ewigkeit auf einer Eden-ählichen Erde.
…von der Auferstehung Christi,…
... dass Christus leibhaftig aus dem Grabe auferstand. (Joh. 2, 21; 20, 24-29; Luk. 24, 43). ... dass Christus als "göttlicher Geist" auferstand. Sie leugnen die körperliche Auferstehung Christi.
…von der Wiederkunft Christi,…
... dass Christus leibhaft auf die Erde zurückkehren wird. (Matth. 24, 30; Sach, 12, 10; Offb. 1, 7). ... dass Christus 1914 unsichtbar zur Erde zurückkehrte und jetzt die Erde vom Himmel aus regiert.
…von der Hölle,…
... dass es eine ewige Bestrafung für die Sünde gibt. (Matth. 5, 22; 8, 11-12; 13, 42, 50; 22, 13; Luk, 13, 24-28; 2. Petrus 2, 17; Judas 13; Offb. 14, 9-11). ... dass es weder Hölle noch eine ewige Bestrafung gibt. Wer dem Maßstab Jehovas nicht genügt, wird ausgelöscht, das heißt, er wird nicht mehr sein.

Diese Tabelle verdankt sich der Arbeit von Pastor i.R. Klaus Müller, Schwenningdorf

Eine gute und hilfreiche Auseinandersetzung mit wichtigen Lehren

der Zeugen Jehovas bietet Frau Rita Neudeck-Straßer an:

http://www.zeugen-jehovas-sos.de

 














SELK Beauftragter für
Weltanschauungsfragen

Pfarrer Andreas Volkmar, (Bielefeld).
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