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Eine Einrichtung der Selbständigen Evangelisch - Lutherischen Kirche (SELK)
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Kleines Lexikon für Weltanschauungsfragen



Einträge nach Anfangsbuchstaben:
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Dieses Lexikon will kurz und knapp über weltanschauliche Begriffe informieren. Es befindet sich im Aufbau. Sollten Sie Begriffe und Erläuterungen vermissen, senden Sie einfach eine eMail.


A

Adventisten:
Christliche Gemeinschaft, die sich aus einer Bewegung entwickelte, die die nahe Wiederkunft Christi betonte. Sie feiert den jüdischen Sabbat, nicht den christlichen Sonntag, lehnt den Genuss von Alkohol ab und er­kennt die Bibel als unfehlbares Gotteswort an. Sie bekennt sich zum dreieinigen Gott und den Freikirchen zugeordnet werden, die Erwachsene taufen.
Amitabha:
Ein («Unbegrenztes Licht») tranzendenter, himmlischer Buddha, verehrt in China und in Japan (dort unter dem Namen Amida). Er lebt im «Reinen Land des Westens». Dorthin kommen die, die ihm auf Erden treu sind, nach dem Tod.
Anthroposophie:
Vom Goethe-Forscher Rudolf Steiner Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte Lehre. Nach ihr hat der Mensch einen physischen Leib, einen Äther- und einen Astralleib. Steiner schuf methodische Anleitungen (bei denen auch Meditation eine Rolle spielt), die den Menschen von Stufe zu Stufe aufwärts führen. Er hatte intensive Kontakte zur Theosophie. Einige Jahre stand er der deutschen Sektion der theosophischen Gesellschaft vor. Reinkarnation und Karma spielen in beiden Weltanschauungen eine große Rolle. Der Unterschied liegt in der Bewertung des «Christus». Für Steiner hat die Herabkunft auf den Menschen Jesus, der aus ursprünglich zwei Personen zusammenwuchs, Heilsbedeutung. Das Mysterium von Golgatha leitet die «Durchchristung» des ganzen Kosmos ein.
Apokryphen:
Geschichtsbücher und Weisheitsbücher, die sich im griechischen Alten Testament («Septuaginta») finden, aber nicht ihren Weg in die hebräische Bibel fanden. Diese Spätschriften werden von der römisch - katholischen und orthodoxen Christen als kanonisch anerkannt, von den Protestanten in der Regel nicht. Für Luther waren sie der Heiligen Schrift nicht gleichwertig, aber gut und nützlich zu lesen.
Apokryphen, Neutestamentliche:
Christliche Schriften in Form von Evangelien, Apostelgeschichten und Briefen, die als nichtapostolisch keine Aufnahme in den Kanon des Neuen Testamentes fanden. In der Regel sind sie später als die kanonischen Schriften entstanden. Einige haben häretischen Charakter (Irrlehre).

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B

Blavatsky, Helena Petrovna:
(1831-1891) Gründete 1875 die Theosophische Gesellschaft (s. Theosophie). Behauptete, ihre Geheimlehre während sieben Jah­ren in Tibet von verschiedenen Gelehrten gelernt zu haben. Sie schrieb Bücher zur Verteidigung von Spiritismus und Okkultismus.

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C

Charismatische Bewegung:
Erneuerungsbewegung in katholischen und evangelischen Kirchen, die Wirken und Gaben des Heiligen Geistes im Leben der Gemeinde und des einzelnen Gläubigen beto­nen. Sie entstand Anfang um 1960 in Nordamerika und breitete sich über die ganze Welt aus. Sie hat ihre Wurzel in der sogenannten Pfingstbewegung, die Anfang des 20. Jahrhunderts ebenfalls in Nordamerika hervortrat.
Christliche Wissenschaft:
Von Mary Baker Eddy 1866 in den USA gegründete religiöse Gemeinschaft. Sie begann als kleiner Kreis, der sich traf, um das ursprüngliche Christentum und das verlorene Element der Heilung wiederzubeleben. Gott wird nicht personal, sondern als das geistige Grundprinzip gesehen, was alles durchdringt. «Kranksein» ist eine Einbildung des Menschen, der das göttliche Prinzip noch nicht erkannt hat. Es gibt heute 3000 Kirchen der Christli­chen Wissenschaft in 57 Ländern.

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D

Denomination:
Dies ist ein lateinischer Begriff und heißt wörtlich «Benennung». Im englischsprachigen Bereich bezeichnet er die unterschiedlichen christlichen Gruppen oder «Konfessionen».

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E

Esoterik:
(Inneres) Geheimlehre, nur den Initiierten zugänglich, den Außenstehenden aber verschlossen, oft selbst den gewöhnlichen Gläubigen. In der Gegenwart steht dieser Begriff auch für einen spirituellen, undogmatischen Weg, der alle möglichen religiösen Einflüsse und Strömungen in sich vereinigt. Yoga, Astrologie, Reinkarnation, Pendeln undGeisterbeschwörungen werden miteinander kombiniert und verwoben.
Evangelium:
(1) Die Heilsbotschaft von Jesus Christus, die «gute Nachricht». Es sowohl die Verkündigung Jesu als auch die Verkündigung von Jesus Christus gemeint sein. (2) Literatur gattung im Neuen Testament, das die vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes enthält.

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F

Freimaurer:
Ursprünglich eine im 12. Jh. gegründete Bruderschaft englischer Dombauer, nahm später auch Angehörige anderer Berufe auf. Breitete sich im 18. Jh. auf dem europäischen Festland aus. Reguläre Freimaurerlogen nehmen bis zum heutigen Tage nur Männer auf. Ziel der Freimaurer ist es, den Menschen sittlich und moralisch zu festigen. Die Ideale der Aufklärung «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» spielen eine große Rolle. Rasse, Religion und gesellschaftlicher Stand des Einzelnen treten zurück. In Europa und den USA sind sie eine halbgeheime Gesellschaft mit bestimmten mystischen Symbolen und Zeremonien. Dies brachte den Freimaurern immer wieder den Vorwurf des Okkultismus oder gar der Satansverehrung ein. Die regulären Freimaurer weisen dies aber strikt von sich. Etliche Freimaurer sind verpflichtet, an Gott, den «großen Baumeister aller Welten» zu glauben, dessen Symbol das Auge ist. Dies bedeutet aber nicht, dass ein christliches Gottesbild vertreten wird. Der Gottesglaube bleibt eher unbestimmt und allgemein, um für Männer aller Religionen offen zu bleiben.
Fundamentalismus:
Ursprünglich: Die Anschauung, dass die Bibel wörtlich inspiriert und deswegen irrtumslos und unfehlbar in allen Fragen des Glaubens und der Geschichte ist. Der Name ist von dem 1909 veröffentlichten Buch: «The Fundamentals» abgeleitet. Heute wird der Begriff für Anhänger aller Religionen verwendet, die ihre Ansichten für unfehlbar halten und notfalls mit Gewalt vertreten. Damit erweist sich aber der Begriff oft als nicht sachgemäß, weil viele strenggläubige Anhänger etlicher Religionen Gewalt und Terror wie z.B. die «Zeugen Jehovas» strikt ablehnen.

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G

Gnosis:
Esoterische Geheimlehre. Die Gnostiker waren Rivalen und Gegner des frühen Christentums, aber von ihm auch stark beeinflusst. Den vielen Richtungen der Gnosis gemeinsam waren Mythen über die Erschaffung derWelt durch einen bösen Schöpfer (Demiurg) und die Anschauung, Erlösung sei durch «Erkenntnis» zu er­reichen. Die Gnostiker hielten ihre Erkenntnis dem Glauben oder dem Vertrauen auf Christus überlegen. In der Regel verachteten sie alles leibliche, was zu unterschiedlichen Konsequenzen führen konnte. Einige Gruppen übten eine strenge Askese (Enthaltsamkeit), während andere keine Scheu vor Ausschweifungen kannten.
Guru:
(Lehrer) Geistlicher Lehrer und Führer in den Religionen Indiens, der seinen Schüler oder Anhänger zum Erfassen seiner göttlichen Natur bringt. Bei den Sihks einer der zehn Lehrer von Guru Nanak bis Guru Govindh Sing, die die Gemeinschaft der Sikh führten.

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H

Hadith
Überlieferung der Worte und Taten Mohammeds außerhalb des Korans. Nach dem Koran die wichtigste Quelle des islamischen Rechts. Manche Überlieferungen sind widersprüchlich. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der islamischen Juristen, die verschiedenen Hadith nach dem Grad ihrer Glaubwürdigkeit zu klassifizieren.
Häresie
Ablehnung eines klar definierten christlichen Glaubenssatzes. Das Wort bedeutet «das Gewählte». Der Häretiker zieht die selbst gewählte Meinung gegenüber der Lehre der christlichen Kirche oder Gemeinde vor.

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I

Inquisition:
Von Papst Gregor IX. gegründetes und meist mit Franziskanern und Dominikanern besetztes Amt zur Bekämpfung von Irrlehren in der römisch-katholischen Kirche. 1252 wurde die Folter als «Hilfe bei der Befragung» einge­führt, die allerdings nicht die Vertreter der Kirche, sondern die Repräsentanten des Staates ausüben durften. Im Laufe der Zeit hat sich die römisch-katholische Kirche von der Inquisition distanziert.
Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein:
Moderner hinduistischer Bhakti-Kult (Heilsweg der Gottesliebe), der in Europa und USA Anklang fand. Die gelbgekleideten Krishna- Jünger «chanten» (singen) das Mantra «Hare Krishna», um dadurch die ekstatische Einheit mit Gott zu erreichen.

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J

JHWH:
Das Tetragramm, der heilige Name des Gottes Israels, den er MOSE offenbarte. JHWH bedeutet «ich bin». Der Name durfte nicht gesprochen werden. Wurden die Heiligen Schriften des Alten Testamnetes verlesen, las man Adonai (Herr). Die Masoreten (jüdische Schriftgelehrte) punktierten jhwh mit den Vokalen von Adonai, so dass fälschlich Jehovah gelesen wurde.

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K

Konfession:
Kommt aus dem Lateinischen und heißt wörtlich «Bekenntnis». Im deutschrachigen Bereich wird dieser Begriff vordringlich verwendet, um die unterschiedlichen christlichen Kirchen und Gemeinschaften zu bezeichnen, z.B. die lutherische oder reformierte Konfession. Manchmal steht dieser Begriff für eine bestimmte Veröffentlichung einer Kirche. Z.B. wird die wichtigste Bekenntnisschrift der Lutheraner als «Augsburger Konfession» bezeichnet.

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L

Liturgie:
(Öffentlicher Dienst) (1) Amtliche oder gewohnheitsrechtliche Form des christlichen Gottes­dienstes. (2) Die Eucharistie oder Abendmahlsfeier in der Orthodoxen Kirche.
Loki:
Zwielichtige Gottheit in der nordischen Mythologie. Zum einen gehört er zum Göttergeschlecht der Asen und hilft ihnen manchmal, zum andern verrät er sie und sät Zwietracht. Für seinen Anteil am Tod Baldurs wurde er an die Felsen der Unterwelt gefesselt und bis zum Tage Ragnarök («Götterdämmerung) tropfendem Schlangengift ausgesetzt. Durch seine Qualen verursacht er Erdbeben und Vulkanausbrüche.
Lokis Brut:
In der nordischen Mythologie die Kinder Lokis mit der Riesin Angrboda: Der große Wolf (Fenriswolf), die Weltschlange (Jörmungandr) und die Göttin Hel. Die Schlange wurde in das Meer geworfen, wo sie die Welt umringt und ihren Schwanz im Mund hält. Hel wurde in die Unterwelt geworfen, wo sie über die Toten regiert. Der Wolf wurde von den Asen gefesselt, bis er bei der Schlacht von Ragnarök Wotan oder Odin verschlingen wird.
Lotossitz:
Sitzhaltung, aufrecht mit gekreuzten Beinen, in Buddhismus und Hinduismus als Haltung der Meditation üblich.
Lotos Sutra:
Heilige Schrift des Mahayana (wörtl. «Großes Fahrzeug») Buddhismus in Form einer Predigt des Buddha vor einer gewaltigen Menge von Göttern, Dämonen, Herrschern und kosmischen Mächten. Im Lotos Sutra findet sich der Kern der Mahayana-Lehren über die Ewigkeit des Buddha, über die jedem offenstehende Möglichkeit, ein Buddha zu

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M

Mahavira:
(599-527 v. Chr.) Großer Lehrer der Jaina-Religion. Er bekämpfte das Kastenwesen und versuchte, seine Lehre unter den Brahmanen weiter zu geben. Er ver­brachte die letzten Jahrzehnte seines Lebens völlig nackt und been­dete im Alter von 72 Jahren sein Leben durch Todesfasten.
Mahayana:
(«Großes Fahrzeug») Form des Buddhismus in Nepal, China, Korea und Japan. Mahayana hat mehr Heilige Schriften als das «Kleine Fahrzeug» (Theravada). Erlösung nicht nur durch eigenes Bemühen möglich, sondern auch durch die Gnade der Bodhisattvas, die vorläufig auf ein Eingehen ins Nirwana verzichten, um anderen Lebewesen beizustehen.
Mahdi:
Der «Rechtgeleitete», der nach der Lehre der muslimischen Schiiten am Ende der Welt kommen wird. Er wird mit Muhammad al-Mahdi identifiziert, der 880 verschwand und bis zu seinem Wiedererschei­nen versteckt bleibt.
Mantra
Eine Silbe oder Worte, die innere Vibrationen hervorrufen, die zur Konzentration und zur Selbsterkenntnis führen. Ein Beispiel ist die Silbe «Om» im Hinduismus oder im tibetischen Buddhismus der Satz «Om mani padme hum». Im Hinduismus wurden ursprünglich nur bestimmte heilige Verse der Veden (Heilige Schrift im Hinduismus) so bezeichnet. Die Überzeugung war, dass sie geistige Macht besäßen und dass ihre dauernde Wiederholung auf dem Weg zur Erlösung hilfreich sei. Manchmal gibt ein Guru oder Lehrer seinen Schülern bei der Initiation ein Mantra.
Mystik
Die Suche nach der direk­ten Begegnung mit der Gottheit. Im Hinduismus geht es dabei um Identifikation mit dem Göttlichem, im Islam, Judentum und Christentum um Einswerden mit Gottes Liebe und Gottes Willen.

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N

Nanak, Guru:
(1469-1539) Indischer religiöser Lehrer, Gründer des Sikhismus. Er wollte Hindus und Muslime versöhnen. Er reiste viel, um seine monotheistische Lehre auszubreiten, die durch Bhakti und Sufitum geprägt war.
New Age Gruppen:
Meist in den 60er bis 80er Jahren des 20. Jahrhunderts entstandene religiöse Gruppen, die vom Bewusstsein geprägt sind, am Anbruch eines neuen Zeitalters zu stehen. Sie sind stark von westlicher und östlicher Mystik beeinflusst.
Nirwana/Nibbana:
(Erlöschen, Abkühlen) Im Buddhismus der Zustand, in dem es kein Leiden mehr gibt, weil die Flammen des Begehrens keine Nahrung mehr bekommen. Es ist ein Zustand des Nicht-Bedingtseins und des Nicht-Zusammengesetztseins, den es hier nicht gibt und der dem Menschen unvorstellbar ist.
Nornen:
Die Schicksalsgöttinnen der nordischen Religion. Von riesenhafter Herkunft, sind sie überaus mächtig und kontrollieren die Schicksale aller Menschen. Sie versorgen und bewässern den Stamm von Yggdrasil, dem Weltenbaum. Ihre Namen bedeuten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Durch ihre Verbindung mit der Zeit sind sie mächtiger als die Götter vom Geschlecht der Asen, die durch ihr Schicksal dem Untergang geweiht sind.

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O

Okkultismus:
Lehren und Praktiken, um das Verborgene und Unzugängliche zu erfassen oder zu manipulieren. Zauberei, Astrologie und ähnliche Praktiken lassen sich diesem Bereich zuordnen.
Ordination:
Ritus der christlichen Kirchen, durch den Männer (in einigen Kirchen auch Frauen) zum Dienst am Wort Gottes und an den Sakramenten eingesetzt werden. In der Regel geschieht die Ordination unter Handauflegung und Gebet sowie dem Verlesen von Bibelstellen, die diesen Dienst begründen. Im Buddhismus bezeichnet Ordination den Eintritt in die Mönchsgemeinschaft (Sangha).

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P

Pali-Kanon:
Die grundlegenden (im Theravada die einzigen) Heiligen Schriften des Buddhismus. Die Sammlung der Schriften begann bald nach dem Tod des Buddhas, als sich seine Nachfolger trafen, um den Tripitaka (Dreikorb) seiner Lehre zu rezitieren. Auf einem Konzil zur Zeit des Königs Ashoka wurde der genaue Wortlaut festgelegt.
Parsen:
In Indien (besonders in und um Bombay) lebende Nachfahren der zoroastrischen Perser. Sie fol­gen einem ethischen Monotheismus (Eingottglauben). Ihre Bräuche und Rituale drücken die Rein­heit Ahura Mazdas, des guten Gottes, aus. Die 125 000 Parsen teilen sich auf in drei Gruppen mit unterschiedlichem Kalender.

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Q

Quäker:
Mitglieder der «Gesellschaft der Freunde», einer aus einer puritanischen Gruppierung um George Fox um 1650 entstandenen Friedenskirche. Militärdienste und der Eid werden abgelehnt. Sie haben keine Sakramente und kennen keine Ordination von Amtsträgern. Maßgebend ist das «innere Licht des lebendigen Christus» in jedem Gläubigen. Das Schweigen, um Gott wahr zu nehmen, spielt eine große Rolle.
Qumran:
Ansiedlung einer jüdischen Gruppe am Toten Meer, die früher von vielen mit den Essenern identifi­ziert wurde. Dagegen spricht, dass die Qumransiedler im Gegensatz zu den Essenern heiraten konnten. 1947 wurden hier Schriftrollen gefunden, unter anderem eine Jesajarolle aus der Zeit vor Christus, Stücke fast aller biblischen Bücher und viele Schriften, die das Leben dieser Gruppe regelten.

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R

Rastafari:
Religiöse und politische Bewegung in der Karibik. Im Zentrum des Kultes steht Ras Tafari (Haile Selassie, 1892-1975), der von 1930 bis 1974 äthiopischer Kaiser war. Die Rastafari glauben, dass alle Westinder aus Äthiopien kamen und dorthin zu ihrer Befreiung zurückkehren werden. Die Rastafari sind an ihrer Haartracht zu erkennen, haben eine strenge Ethik und verwenden Canabis (Haschisch) in ihren Gottesdiensten. Sie schufen die Reggae Music, mit der sie ihre religiösen und politischen Empfindungen ausdrücken.
Re inkarnation:
Anschauung, dass die Seele oder Anteile der menschlichen Persönlichkeit nach dem Tode in einem neuen Körper (Mensch, Tier, Planze oder gar Gottheit) wiedergeboren werden. Vor allem in den Religioen des Ostens Hinduismus oder Buddhismus ist diese Vorstellung zu Hause. Durch sein Handeln erzeugt der Mensch ein Karma, das die Art der Wiedergeburt bestimmt. Im europäischen Bereich vertraten aber Platon oder Goethe solch eine Auffassung, die von den Weltanschauungen der Theosophie und der Anthroposophie aufgenommen wurden. Für die östlichen Religionen stellt die Reinkarnation zunächst eine Leiderfahrung dar. Der Mensch oder ein Lebewesen wird immer wiederverkörpert ohne wirklich erlöst oder glücklich zu werden. Erst durch bestimmten Erösungsweg wird der Mensch davon befreit. In den westlichen Traditionen wird Reinkarnation eher als Fortschrittsmöglichkeit gesehen, um sich weiter zu entwickeln.

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S

Satanskult oder Satanismus:
Anbetung des Teufels oder böser Geister, oft mit Pervertierung religiöser Riten («Schwarze Messe»).
Schamane:
(1) Ekstatischer Priester-Magier unter den Tungu in Sibirien. (2) Nach diesem Vorbild werden ähnliche Personen («Medizinmänner) auch in anderen Stammesreligionen benannt. Der Schamane begibt sich in Trance, und man glaubt, dass er in der Trance seinen Körper verlässt und andere Welten besucht. Das ermöglicht es ihm, den Göttern Opfer zu überbringen, die Toten in ihr Reich zu geleiten und mit Prophetien zurückzukehren. Der Schamane soll auch heilen.
Scientology:
Religiöse Philosophie, die sich auf die Lehren Ron L. Hubbards gründet. Sie will Persönlichkeitsentwicklung durch Auditing, einer Art Gesprächstherapie, erreichen. Das Auditing geschieht mit Hilfe eines elektronischen Messgerätes – E-Meter genannt. Der Mensch soll so frei von Belastungen («clear») und seiner unsterblichen Natur bewusst werden.
Sekte:
Viele Menschen verstehen darunter religiöse Gemeinschaften oder Gruppen, die eine geringere Mitgliederzahl als die Großkirchen oder Weltreligionen haben. Im christlich-kirchlichen Bereich gelten jene Gruppen als Sekten, die wesentliche Grundauffassungen des christlichen Glaubens (z.B. den Glauben an den dreieinigen Gott; die Bibel als das entscheidende Zeugnis der Offenbarung Gottes) in Frage stellen
Sufismus:
Eine im 8. Jh. als Gegenbewegung gegen die Weltlichkeit der Kalifendynastie der Omajjaden entstandene mystische Bewegung im Islam. Die Sufi erleben durch Askese, Tanz und Versenkung die direkte Begegnung mit Allah. Vom orthodoxen Islam wurde der Sufismus zuerst zurückgewiesen, aber heute sind Sufi-Orden im Islam akzeptiert.

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T

Talmud:
Im Judentum die Ausle­gung der hebräischen heiligen Schriften (Altes Testament). Aufbauend auf die «Mischna» gibt die darin anknüpfenden Diskussionen der Gelehrtenschulen in Babylon und Palästina wieder. Der palästinensische Talmud wurde vermutlich im 5. Jh. n.Chr. verfasst. Der zwei bis drei Generationen später geschriebene babylonische Talmud ist detaillierter und umfassender.
Theosophie:
(Göttliche Weisheit) Bezeichnung verschiedener mystischer Richtungen, besonders aber der von Madame Helena Blavatsky 1875 gegründeten Theosophischen Gesellschaft. Die Theosophie enthält hinduistische, buddhistische und spiritistische Ideen. Besonders betont werden Reinkarnation, Unsterblichkeit und die Gegenwart des Göttlichen in allen Dingen. Durch eigene Kraft und Streben nach Weisheit kann sich der Mensch immer weiter entwickeln.

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U

Unitarier
Religiöse Bewegung, die in England, Polen und Ungarn im 16. Jh. begann. Die meisten Unitarier lehren einen vernünftigen ethischen Theismus und lehnen die Dreieinigkeit Gottes ab und die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ab. In Deutschland sind die Unitarier eher pantheistisch ausgerichtet.

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V

Veden:
Die wichtigsten heiligen Schriften der Hindus. Sie enthalten Lieder, kosmische Spekulationen und Vorschriften für Riten. Die Veden haben vier Teile:
(1) Die Rig Veda enthält Hymnen an Götter, die Verkörperungen von Naturkräften sind.
(2) Die Santa Veda enthält Verse zum Chanten (Singen).
(3) Die Yajur Veda enthält rituelle Anweisungen in Prosa.
(4) Die Atharva Veda enthält in Versen Riten und Zaubersprüche, besonders zur Heilung von Krankheiten.
Vereinigungskirche:
1954 in Korea von Sun Myung Mun gegründete Sekte. Mun versteht sich als «Herr der Wiederkunft», der das Werk Jesu vollenden wird. Jesus war im Grunde als Sohn Gottes gescheitert, weil er es nicht schaffte, zu heiraten und somit eine neue Familie Gottes zu gründen. Dies ist aber Mun gelungen.
Voodoo:
Religion von 90% der nominell katholischen Bevölkerung von Haiti, aber auch sonst in der Karibik verbreitet. «Voodoo» ist von einem westafrikanischen Gottesnamen abgeleitet. Der Kult ist sehr synkretistisch. Es werden westafrikanische und indianische Gottheiten angebetet, die oft mit katholischen Heiligen gleichgesetzt werden. Ekstase und Zauberei spielen eine große Rolle.

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W

Weltanschauung:

Eine Gesamtsicht der Welt und des Lebens, die ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen haben kann. Eine Weltanschauung muss nicht unbedingt religiöse Inhalte oder Formen in sich aufnehmen.

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X

Xipe Totec:
(Der Gehäutete) In der Mythologie der mexikanischen Indianer der Gott des Westens und des Ackerbaus, dem wie dem Mais lebendig die Haut abgezogen wurde. Er wurde durch die Maske eines gehäuteten menschlichen Gesichtes dargestellt.

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Y

Yggdrasil:
Die große Esche, die in der nordischen Mythologie die Schöpfung eint. Ihre drei Wurzeln erreichen Asgard, Midgard und Niflheim, die Unterwelt. Yggdra­sil hält die neun Welten der Rie­sen, Zwerge, Menschen, der lichten und der dunklen Elfen, sowie der Göttergeschlechter der Asen und der Vanen zusammen. Yggdrasil, der Baum der Erkenntnis, wird zu gleicher Zeit genährt und zerstört. Yggdrasil ist auch ein Symbol der Schöpfung des Lebens: Der erste Mensch in der nordischen Mythologie heißt Esche.
Yin und Yang:
Die Polarität der Energie in der chinesischen Philosophie. Yang ist männlich, dyna­misch und hell. Yin ist weiblich, passiv und dunkel. Yin und Yang bringen die Elemente und die Jahreszeiten hervor.

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Z

Zen:
Bewegung des japanischen Buddhismus, die sich im 13. Jh. aus dem chinesischen chan entwickelte. Zen lehrt, dass die Erleutung ein spontanes Ereignis ist, das von Meditationstechniken und Riten unabhängig eintritt. Zen er­strebt Harmonie im Leben, und es benutzt «weltliche» Tätigkeiten wie Teezubereitung oder Kalligraphie, um anstrengungsfreie Fähigkeiten zu entwickeln.
Zoroaster / Zarathustra:
Prophet Gründer der altpersischen Religion des Zoroastrismus. Er lebte in Persien, entweder im 10. oder 9. Jh. v, Chr. oder wahrscheinlicher im 7. oder 6. Jh. v.Chr. 30jährig hatte er eine Offenbarung Ahura Mazdas, des guten Gottes, die ihn dazu trieb, gegen den Polytheismus zu predigen. Sein böser Gegenspieler ist Ahriman, der in der Endzeit überwunden wird. Die Religion war streng ethisch. Zoroaster lehrte, dass Ahura Mazdas jedes Menschen Seele nach dem Tode richte. Später entwickelten sich komplexe Lehrsysteme über die Natur des Universums. Die Ausbreitung des ISLAM verdrängte den Zoroastrismus aus Persien Nach der Überlieferung starb er beim Darbringen des Feueropfers, dem wichtigsten Ritus der neuen Religion.

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SELK Beauftragter für
Weltanschauungsfragen

Pfarrer Andreas Volkmar, (Bielefeld).
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